Geschichte

1945 bis 1974:

Der Neubeginn der FFW Döffingen wurde unter Wilhelm Kienle III vollzogen, der in der Stellvertretung von Kommandant Wilhelm Butsch, der in Kriegsgefangenschaft geraten war, von nun an die Geschicke der Feuerwehr lenkte.

Neben der spärlichen feuerwehrtechnischen Ausrüstung, die 1945 im wesentlichen aus einem Hydrophor von 1870 und einer in Frankreich erbeuteten alten Tragkraftspritze bestand, mangelte es vor allem an einer entsprechenden Wasserversorgung, die für den Brandfall genügend Löschwasservorrat bereitstellen konnte.

Während der Amtszeit von Kommandant Karl Zierer wurde zu einen die Wasserversorgung für Döffingen weiter ausgebaut, zu anderen verfügte die Gemeinde ab...

1952:


...über zwei Hochbehälter mit dem notwendigen Wasservorrat, um eine Wasserleitung von 50 Hydranten zu speisen. Damit war der Löschwasservorrat für den Erstfall sichergestellt.

1956:


Im Frühjahr 1959 konnte dann das erste Löschfahrzeug, ein KLF 6 / TS 8, in Dienst gestellt werden. Damit begann für die FFW Döffingen eine neue Zeitrechnung. Die Mannschaft musste nun lernen das Fahrzeug und die neuen Geräte richtig einzusetzen. Kameraden besuchten erstmals die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal und wurden dort zu Gruppenführern und Maschinisten ausgebildet. Das neue Fahrzeug wurde zunächst in dem alten Feuerwehrmagazin im Rathaus untergestellt. Aufgrund der zunehmend unzureichenden Platzverhältnisse setze sich Kommandant Paul Nädele für den Bau eines neuen, zeitmäßigeren Feuerwehrhauses ein.

1974:

Seit 1974 machen die beiden Feuerwehren. Abt. Dätzingen und Döffingen gemeinsame Sache. Die Gemeinschaft steht seitdem hier im Vordergrund. Übungen sowie Veranstaltungen werden gemeinsam organisiert und durchgeführt.

Am 15. Februar 1975 wurde die Vereinigung durch eine Gründungsversammlung offiziell bestätigt. Diese Versammlung fand im Graf-Ulrich-Bau in Döffingen statt. Die Kommandanten der beiden Wehren. Ottmar Heinkle und Paul Nädele sowie Herr Bürgermeister Bien besiegelten diesen Entschluss.

Paul Nädele verglich die damalige Situation der beiden Wehren in seiner Begrüßungsrede mit 2 Äckern, die jeweils gut geackert und geeggt seien und in die man mit ruhigem Gewissen Saat legen könne.       

Im Mittelpunkt standen die Wahlen für die Besetzung der wichtigsten Funktionen und Organe der neu gegründeten Feuerwehr. Das Amt  des Wahlleiters kam laut Feuerwehrsatzung dem dienstältesten Kameraden zu. So wurde unter der Leitung von Otto Rühle die Feuerwehr Grafenau wie folgt organisiert.

Kommandant der FFW Grafenau:

  • Paul Nädele


1. Stellvertreter des Kommandanten sowie Abteilungsleiter der Abt. Dätzingen:

  • Ottmar Heinkele


2. Stellvertreter des Kommandanten:

  • Hans Godenberg


Als Stellvertreter für die Abteilungsleiter wurden für Döffingen Richard Butsch und für Dätzingen Helmut Skarke ernannt. Die Wahl des Kassierers für die Gesamtkasse der FFW fiel auf Willi König. Als Schriftführer für den Gesamtaussschuß wurde Karl Schweitzer gewählt.

Im Anschluss erfolgte die Wahl der Mitglieder des Gesamtausschusses der Feuerwehr Grafenau. Jede Abteilung bestimmte nun je nach Mannschaftsstärke ihre Vertreter für den Feuerwehrausschuss: Richard Butsch, Eugen Eberhardt, Paul Gauß, Max Geiselhart, Karl Harer, Gerhard Wagener und Willi Wanner.

Aus heutiger Sicht ist die Saat wie gewünscht aufgestiegen. Die beiden Abteilungen Döffingen und Dätzingen sind zur Grafenauer Feuerwehr zusammengewachsen. Sie stellt sich heute als eine schlagkräftige Feuerwehreinheit dar mit guter Ausrüstung und fester Kameradschaft.

Eine der ersten Aktivitäten, bei der sich die neue FFW Grafenau den Einwohnern präsentierte, war die Beteiligung beider Abteilungen bei den Feierlichkeiten zur 900 - Jahr-Feier der Gemeinde Döffingen. Die Grafenauer Floriansjünger zeigten am 28. Juni 1975 mit einer Schauübung, die fortschreitende technische Entwicklung, die sich auch die Feuerwehr seit je her für die Erfüllung ihrer ureigensten Aufgabe zu Nutze macht. So wurde nach der Brandmeldung der Feuerreiter, die sämtliche Anwohner und Feuerwehrmänner mit dem lautem Klang ihrer Hörner alarmieren, schnell eine "Eimerkette" gebildet. 

Es Wanderten einige Dutzend Eimer durch die helfenden Hände der Menschenkette. Die ersten Helfer erzielten mit dieser Löschtechnik nur einen minimalen Löscherfolg, es musste weitere Hilfe alarmiert werden. Diese nahte alsbald. Starke Rösser zogen die alte deutsche Handdruckspritze, das Hydrophor von 1870, an die Einsatzstelle. Feuerwehrmänner sprangen als bald aus allen Himmelsrichtungen in historischen Uniformen herbei und brachten das Hydrophor in Stellung. Die Männer zogen und drückten im Wechsel an den langen Hebeln der Spritze, um das Löschwasser mit dem notwendigen Druck zu beaufschlagen. Unter dem Wirken dieser vielen vereinten Kräfte war nun schnell ein Löscherfolg zu erkennen. Plötzlich verstummten die Rufe der Helfer, als das Martinhorn der modernen Feuerwehrfahrzeuge erschallte. Im Anschluss an die historischen Schauübung fuhr der Löscherfolg der FFW Grafenau an und es wurden den versammelten Zuschauern die Möglichkeiten moderner Feuerwehrtechnik aufgezeigt.

Durch die Beteiligung an solchen Festlichkeiten wurde die Zusammenarbeit der beiden Abteilungen gefördert. Aber viel Wichtiger, wie könnte die Zusammenarbeit einzelner Gruppen oder Kameraden aus Döffingen und Dätzingen im Feuerwehreinsatz aussehen? Die musste geübt werden. Die Abteilungsleiter Hans Godenberg und Ottmar Heinkele planten mit Kommandant Paul Nädele Einsatzübungen, bei denen die neu gewonnene Schlagkraft gezielt eingesetzt werden sollte. Unter dem Motto "Einigkeit macht stark", wurden die ersten Übungen unter gemeinsamem Kommando ausgeführt. Schon bald wurde erkannt, dass durch die Verbindung der beiden Wehren auch für den Einsatzdienst viele Vorteile erzielt werden konnten. Dies war im Sinne der Gemeinde und sprach für die gemeinsame Sache.

Ein Meilenstein in der Geschichte der FFW Grafenrau Abteilung Dätzingen war der Ausbau des Feuerwehrmagazins am Rathausplatz.              

Am 25. September 1976...

konnte das neu ausgebaute Feuerwehrgerätehaus eingeweiht werden, in das die Dätzinger Kameraden innerhalb der 2-jähringen Bauzeit ca 7000 Stunden Arbeit investiert haben. Bürgermeister Ewald Bien lobte in seiner Rede anlässlich der Einweihungsfeier die hohe Eigenleistung der Kameraden, durch die der Gemeinde viele Unkosten erspart werden konnten. Insbesondere den Einsatz der Altersabteilung bei den Umbauarbeiten bezeichnete er als vorbildlich.

Ende der 80er- Jahre konnte die Abteilung Döffingen ihren Fuhrpark weiter ausbauen.
So wurde beispielsweise 1978 von der FFW Weil der Stadt ein ausgemusterter Rüstanhänger erworben.

Vom 10. bis 13. Juli 1981 feierte die FFW Grafenau, Abteilung Dätzingen, ihr 100-jähriges Jubiläum. Die Festlichkeiten begannen mit einem Empfang, zu dem im Maltesersaal im Schloss Dätzingen geladen wurde. Der Freitagabend endete mit dem großen Zapfenstreich unter Mitwirkung des Spielmannszuges des FFW Ehningen sowie des Musikvereines Grafenau. Ein Höhepunkt des Festlichkeiten war sicherlich der große "Bunte Abend", zu dem am Samstagabend geladen wurde. Am Sonntag fand unter großer Beteiligung der umliegenden Wehren ein Festumzug statt.

1984:

Nach über 25 Jahren Dienstzeit als Kommandant, davon von 1959 bis 1975 als Kommandant der FFW Döffingen und dann von 1975 bis zum Jahr 1984 als Kommandant der FFW Grafenau, gab Paul Nädele auf eigenen Wunsch dieses Amt in jüngere Hände. Als Nachfolger des Kameraden, der sich im besonderes Maße um das Feuerwehrwesen in Grafenau und das des Landkreises verdient gemacht hat, wurde Walter Stark von der Hauptversammlung der FFW Grafenau gewählt. Gemeinsam mit Paul Nädele übergab auch sein bisheriger Stellvertreter, Ottmar Heinkele, der seit 1960 zuerst das Amt des Kommandanten der FFW Dätzingen und später das Amt nach dem Zusammenschluss der beiden Wehren das Amt des Abteilungsleiters der Abt. Dätzingen inne hatte, an die folgende Generation weiter. Als Nachfolger wurde Eduard Schweitzer gewählt. Als Abteilungsleiter der Abt. Döffingen wurde Hans Godenberg gewählt, der von 1975 bis 1990 an der Spitze der Abteilung stand.

1994:

Zehn Jahre später...

Im Jahre 1994 gab es für die Grafenauer Feuerwehrkameraden gleich doppelten Anlass zur Freude. Nachdem 20 Jahre zuvor der Zusammenschluss der beiden Freiwilligen Feuerwehren Döffingen und Dätzingen erfolgte, konnte die Feuerwehr Grafenau mit der neuen Grafenauer Fahne einen weiteren Schritt in die gemeinsame Zukunft tun. Mit einer Fahne unter Grafenauer Wappen kann endlich auch bei Festumzügen und Feierlichkeiten den Gästen das zum Ausdruck gebracht werden, was in Grafenau schon seit Jahren jeder weiß, Kameraden aus Döffingen und Dätzingen  stehen gemeinsam für die FFW Grafenau.

Die Anschaffung des neuen TLF 16/25 auf Basis eines Mercedes 1124-Fahrgestells, erfolgte als Ersatzbeschaffung für das alte TLF 16, das bereits seit 1968 im Dienste der Grafenauer Feuerwehr stand. Das neue TLF 16 /25 sollte aber nicht nur das ausgemusterte Fahrzeug ersetzen, sondern auch den veränderten Anforderungen gerecht werden.

1995:

Am 17. September 1995 wurde die Jugendfeuerwehr Grafenau offiziell gegründet. Mit zwei Mädchen und zwölf Jungen nahm die Jugendfeuerwehrwartin, Elisabeth Birnbaum, mit ihren Jugendleitern die Jugendarbeit der Grafenauer Feuerwehr auf.

1999:

Zu Ende des 2. Jahrtausends veranstaltete die FFW Grafenau den Kreisfeuerwehrtag. Zugleich das 25 Jubiläum der FFW Grafenau und das 125 -Jährige Jubiläum der Abteilung Döffingen.  Die Festlichkeiten dauerten vom 9.-12 Juli 1999, sie wurden von zahlreichen Veranstaltungspunkten gesäumt. (Nachfolgend ein kleiner Auszug)

Begonnen wurde mit einer großen Fahnenparade auf dem Parkplatz vor der Wiesengrundhalle. Danach fand ein Stehempfang im Foyer der Wiesengrundhalle statt. Ab 18.00 Uhr wurde der Kreisfeuerwehrtag offiziell eröffnet.

Am nächsten Tag fanden die Leistungswettkämpfe beim Wertstoffhof und bei er Wiesengrundhalle statt. Neben einer Ausstellung zum Thema Feuerwehr fanden Schauübungen der Jugendfeuerwehren statt. Ein Highlight des Abends war der Auftritt der Alpenrebellen im Festzelt ab 20.30 Uhr.

Der Sonntag wurde mit einem grossen ökumenischen Gottesdienst begonnen.  Ab 13.30 Uhr bewegte sich dann der große Festumzug quer durch Dätzingen.

Am Montag den 12 . Juli fand ab 14 Uhr noch ein Kinder.- und Seniorennachmittag statt. Ab 18 Uhr wurde eine Schauübung der FFW Grafenau abgehalten. Das Fest klang mit einem großen Feuerwerk aus...

Momentan wird die Geschichte der Feuerwehr Grafenau von 1999 bis jetzt nachvollzogen.